Fachtagung Explosionsschutz 2010  

6. Erfahrungsaustausch für befähigte Personen und Verantwortliche im Explosionsschutz

  Hüttersdorf im April (aus der Süddeutschen Zeitung):
  „[…] kurz vor Mittag, ist das Unglück geschehen: Ein lauter Knall schreckte die
  Anwohner der Berliner Straße in Hüttersdorf auf, im Haus […] flogen die
  Schaufensterscheiben heraus. Eine gewaltige Gasexplosion erschütterte die
  Straße. Der hinter dem Haus befindliche Anbau samt Balkon stürzte ein.“
  Dabei wurde ein Mann schwer verletzt und es entstand ein immenser Sachschaden. Die Polizei ermittelt nun, ob der Inhaber des Geschäfts unsachgemäß Gas abgefüllt und dadurch die Explosion herbeigeführt hat.


Solche Unfälle sollten nicht als einmalige Ereignisse oder Sonderfälle betrachtet werden. Gerade hier besteht die Chance, Lehren aus dem Unfallgeschehen zu ziehen und entsprechende Maßnahmen abzuleiten. Der richtige Umgang mit brennbaren Gasen und Flüssigkeiten und die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen, um Explosionen zu vermeiden, gehören dabei zu den wichtigsten Fragen. Aber auch die Beurteilung von Geräten ohne ATEX-Kennzeichnung oder die Auslegung einer Intertisierung sind Beispiele für die vielfältigen Aufgaben des Explosionsschutzes.

Auf der alljährlichen WEKA-Fachtagung Explosionsschutz unter der fachkundigen Leitung von Herrn Prof. Dr.-Ing. Ulrich Weber stellen sich auch in diesem Jahr wieder renommierte Experten aktuellen Fragen des Explosionsschutzes und zeigen praxisnahe Lösungsansätze. Die Fachtagung bietet Ihnen die Plattform für den Erfahrungsaustausch und die Vermittlung von fachlichem Wissen. So erhalten Sie neue Impulse für Ihre verantwortungsvolle Tätigkeit als Beauftragter und/oder befähigte Person für Explosionsschutz.

Ihr Nutzen

  • Sie verstehen die gesetzlichen Grundlagen und gewinnen Sicherheit im Umgang mit der Betriebssicherheitsverordnung und dem technischen Regelwerk.
  • Sie erfahren, welche Maßnahmen wirklich wirksam sind und wie Sie in Ihrem Betrieb mit geringem Einsatz von Ressourcen den Explosionsschutz gewährleisten können.
  • Beispiele aus der täglichen Praxis zeigen Ihnen, wie Sie Explosionsgefahren erkennen, analysieren und gesetzeskonform dokumentieren.
  • In qualifizierten Workshops festigen Sie Ihr Wissen und erarbeiten in Kleingruppen systematisch Lösungen für aktuelle Problemfälle aus dem Explosionsschutz.

Die Schwerpunkte

  • Aktuelle Entwicklungen im Explosionsschutz – Betriebssicherheitsverordnung, technisches Regelwerk, Normenentwicklung, Exkurs: funktionale Sicherheit
  • Einsatz von (Alt-)Geräten, ATEX-Kennzeichnung
  • Lehren aus dem Unfallgeschehen
  • Aktuelle Spezialthemen (z.B. Anforderungen an Tankstellen und MSR-Technik im Rahmen von Explosionsschutzmaßnahmen als TRBS; Explosionsschutz am Beispiel einer Biogasanlage)
  • Umgang mit brennbaren Stäuben


Leitung

  Prof. Dr.-Ing. Ulrich Weber
  Fachhochschule Furtwangen

  Prof. Weber ist an der Fachhochschule Furtwangen im Fachgebiet Safety-Engineering aktiv.
  Langjährige Berufserfahrung als Sicherheitsingenieur in verschiedenen Unternehmen und
  Institutionen belegen seine umfangreiche Erfahrung und Praxisnähe.

  

  

Teilnehmerkreis

Die Fachtagung richtet sich an befähigte Personen bzw. ehemalige Sachkundige, Sachverständige, Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Leitung Abteilung Prävention bzw. Arbeitsschutz , Sicherheitsingenieure, Sicherheitsbeauftragte, Beauftragte für den Explosionsschutz, Installateure, Planer, Überwacher und Betreiber, Mitarbeiter in Einkauf und Vertrieb explosionsgeschützter elektrischer/nicht elektrischer Geräte und Anlagen, Unternehmer, Führungskräfte.

 

AGENDA

 

Mittwoch, 17.11.2010


09.00 Begrüßung

  • „Warm-up“, Organisatorisches
  • News, Rückblick und aktuelle Entwicklungen
  • Zielsetzung und Ablauf der Tagung

Referent: Prof. Dr.-Ing. Ulrich Weber, Hochschule Furtwangen

09.15 Explosionsschutz mit der Betriebssicherheitsverordnung – Wird es besser oder nur anders?

  • Konsequenzen aus der BetrSichV für den betrieblichen Explosionsschutz
  • „Ex-Anlagen“ als sogenannte „überwachungsbedürftige Anlagen“
  • Prüfungen für „Ex-Anlagen“ (erstmalig, wiederkehrend, nach Instandsetzungen)
  • Anforderungen an Tankstellen und MSR-Technik im Rahmen von Explosionsschutzmaßnahmen als TRBS
  • Veröffentlichte neue technische Regeln (TRBS) zum Explosionsschutz und Ausblick

Referent: Dr. Helmut Schacke, Vorsitzender des früheren Unterausschusses UA5 Brand- und Explosionsschutz im Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS)

10.30 Kaffeepause


11.00 Explosionsschutz durch Inertisierungsmaßnahmen

  • Partielle und totale Inertisierung
  • Basisdaten zur Auslegung
  • Inertisierte Anlagen-/Gebäudeteile und Arbeitsschutz

Referent: Dr.-Ing. Joachim Neumann, Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI), Branchenprävention Chemische Industrie, Präventionsbereich Köln

12.30 Mittagspause


13.30 Gefährdungsbeurteilung in der Praxis – brennbare Stäube

  • Explosionsschutz für Anlagen in staubexplosionsgefährdeten Bereichen
  • Aktueller Überblick über das spezifische Regelwerk zum Staubexplosionsschutz
  • Explosionstechnische Betrachtung brennbarer Stäube
  • Beurteilung der Bildung von explosionsfähigen Staub-Luft-Gemischen
  • Gefährdungsbeurteilung am Beispiel einer Mahltrocknungs-, Dosier- und Siloanlage

Referent: Dr.-Ing. Jochen Hübner, DEKRA EXAM GmbH, Bochum

15.00 Kaffeepause


15.30 Explosionsschutz an Biogasanlagen aus Betreibersicht

  • Gefahren und Verantwortung des Betreibers von Biogasanlagen
  • Einflussfaktoren und Ursachen für Ereignisse an Biogasanlagen
  • Aktuelle Sicherheitskonzepte für Biogasanlagen
  • Typische sicherheitstechnische Defizite geprüfter Biogasanlagen
  • Zeitlich begrenzte Betriebszustände mit erhöhtem Risiko
  • Auswirkungen organisatorischer Mängel
  • Stellenwert von Mitarbeiter-Unterweisungen im Explosionsschutz
  • Sinnvolle Einbindung des Sachverständigen in Planung, Ausführung und Überprüfung von Biogasanlagen

Referent: Dipl.-Phys. Michael Faber, DEKRA EXAM GmbH, Bochum

17.00 Abschlussdiskussion – Ende des 1. Tages

ca. 19.00 Gemeinsames Abendessen

 

Donnerstag, 18.11.2010


08.15 Begrüßung/Rückblick


08.30 Einsatz von Altgeräten, ATEX-Kennzeichnung

  • Rechtsgrundlage und Anforderungen
  • Prüfarten, Prüffristen, Prüfprozedere
  • Mögliche Lösungsansätze
  • Ausgewählte Praxisbeispiele

Referentin: Dipl.-Ing. Christine Bäuerlein, BASF AG, Ludwigshafen

10.00 Kaffeepause


10.30 Workshop-Phase (Dauer jeweils 10.30–12.30 Uhr)

Achtung: Die Workshops finden gleichzeitig statt – bitte entscheiden Sie sich gleich bei der Anmeldung, welchen Workshop Sie belegen möchten!

Die Teilnehmerzahl der Workshops ist auf 30 begrenzt.


Workshop I: Inertisierung als Sicherheitsmaßnahme

Übungsaufgabe: Inertisierungskonzepte – Berechnungen und Konstruktionen im Dreiecksdiagramm

Gruppenarbeit:
Spülinertisierung eines Silos für Kunststoffpulver

  • Berechnung und Vergleich von Druckwechselinertisierungen bei Flüssigkeitsbehältern
  • Konstruktion und Darstellung im Dreiecksdiagramm am Beispiel gasführender Anlagenteile

Referent: Dr.-Ing. Joachim Neumann, BG RCI, Branchenprävention Chemische Industrie, Präventionsbereich Köln

Workshop II: Altgeräte und ATEX-Kennzeichnung

Übungsaufgabe: Bewertung von Altgeräten

Gruppenarbeit:

  • Zündgefahren bei mechanischem Equipment
  • Vorgehensweise bei der Durchführung einer Zündgefahrenbewertung am Beispiel einer Kreiselpumpe

Referentin: Dipl.-Ing. Christine Bäuerlein, BASF AG, Ludwigshafen


Workshop III: Anforderungen und Probleme bei der Nachrüstung einer Biogasanlage

Übungsaufgabe: Gärrestlager-Abdeckung, Gasreinigung und Gasaufbereitung für Einspeisung

Gruppenarbeit:

  • Prüfpflichten – Auswirkung auf Zoneneinteilung
  • Anforderungen an apparative Ausrüstung und technische Ausführung
  • Erstmalige Inbetriebnahme
  • Schnittstellenbetrachtung zur bestehenden Anlage
  • Vorgehensweise beim Austausch von Betriebsmitteln

Referent: Dipl.-Phys. Michael Faber, DEKRA EXAM GmbH, Bochum


Workshop IV: Umgang mit brennbaren Stäuben

Übungsaufgabe: Beurteilen von Arbeitsplätzen und Anlagen an Praxisbeispielen

Gruppenarbeit:

  • Einteilung staubexplosionsgefährdeter Bereiche in Zonen
  • Bewertung potenzieller Zündquellen und Maßnahmen
  • Erarbeitung von Explosionsschutzkonzepten

Referent: Dr.-Ing. Jochen Hübner, DEKRA EXAM GmbH, Bochum
 

12.30 Mittagspause


13.30 Gasexplosion im Kleen Energy Plant, Conneticut (USA) Beispiel eines vermeidbaren Ereignisses

  • Das Projekt
  • Das Schadensereignis und die Ursachen
  • Daraus resultierende Präventionsmaßnahmen

Referent: Frank Scharf, DENIOS AG, Bad Oeynhausen

14.30 Kaffeepause


15.00 Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse der Workshops I–IV


16.30 Abschlussdiskussion

17.00 Ende der Veranstaltung



Weitere Veranstaltungen dieses Referenten

Newsletter

Termine & Orte

17.11.2010 - 18.11.2010
Dortmund
buchen

Web-Code:
7216

Dauer: 2-tägig

Teilnahmegebühr:
759,- EUR
zzgl. 19% MwSt.



In der Teilnahmegebühr enthalten:

  • Teilnahme an der Veranstaltung
  • Ausführliche Tagungsunterlagen
  • 2 x Mittagessen inkl. Getränk
  • 1 x Abendessen inkl. Getränk
  • Pausenverpflegung


Mit Zertifikat

VDSI-Punkt VDSI-Punkt VDSI-Punkt 3 VDSI-Punkte

WEKA Inhouse-Seminar
anfragen

Rabatt-Aktion!

Melden Sie sich bis spätestens 31.08.2010 an, und sichern Sie sich Ihren Platz für nur 690 € statt 759 €!

In Kooperation mit

Gratis für jeden Teilnehmer

4 Wochen kostenloser Zugang zur WEKA Software "Explosionsschutz: Grundlagen - Maßnahmen - Dokumentationen / Wert der Software: 398 Euro!

Sponsoring und Ausstellung

Nutzen Sie die Gelegenheit und werden Sie Sponsor und/oder Aussteller bei WEKA Tagungen und erschließen Sie sich einen neuen Kundenkreis!

Mit der Bahn ab € 109 zur Veranstaltung

Beratung und Anmeldung